"Den Alten zur Ehr, den Jungen zur Lehr"
1. Besammlungs- und Orientierungsraum:

Panoramabild des Tales von W. A. Diggelmann. Die Natur bildet die Voraussetzung fr die Landwirtschaft und den Tourismus, die Existenzgrundlagen der Bevlkerung. Die geographische Karte macht aufmerksam auf die sechs Drfer des Tales, jedes von den anderen getrennt, an einem fr die Besiedlung gnstigen Standort. Jedes Dorf besitzt seinen Wirtschaftsraum und seine Alpweiden. In der Geschichte der Talbewohner kann man drei Epochen feststellen: Zuerst die von politischen Unruhen durchsetzte Zeitspanne whrend der Herrschaft des Klosters Interlaken bis zur Reformation 1528, dann die ruhigen Jahrhunderte bis zum Untergang der Alten Eidgenossenschaft 1798 unter dem bernischen Patriziat und schlielich die moderne Zeit der Demokratie und des Fremdenverkehrs. Die Ltschenglocke und das gotische Glasgemlde gehren zum ersten Kirchenbau im Jahr 1488.

2. Wohn- und Schlafstube der alten Lauterbrunner:

Die einstige groe Armut im Tal widerspiegelt sich in der Bauart der Wohnhuser und der auffallenden Einfachheit des Mobiliars. Der Sandsteinofen und die Petroleumlampe strmten Wrme und Geborgenheit aus.

3. Von der harten, schweren Arbeit unserer Vorfahren:

Steil, schmal, steinig waren frher die Wege. Keine Zug- und wenig Lasttiere halfen die Arbeit erleichtern. Lasten tragen von klein auf bis ins Alter hie die Losung. Das Traggert passte sich dem Traggut und dem Trger an. Schwerste Arbeit bedeuteten insbesondere das Heuen, das Bergheuen, Rsten und Transport von Bau- und Brennholz und Bruchsteinen.

Traggerte
4. Alte Werkzeuge:

Einfache, oft unhandliche, meist selbstverfertigte, heute zum Teil vergessene Hilfsmittel zeugen von mhseliger Handarbeit.

5. Frauenfleiss:

Unsere Vorfahren waren grtenteils Selbstversorger. Man pflanzte Flachs und Hanf, die Schafe lieferten Wolle. Die Frauen verarbeiteten diese Rohstoffe zu Faden, Garn, Strickwolle und Geweben. Im 18. und 19. Jahrhundert kam es zur Einfhrung von Heimindustrien wie Weben und Spitzenklppeln, um der starken Auswanderung nach Amerika Einhalt zu gebieten.

6. Alte Lauterbrunner - Kche:

Meist Koch-, Ess- und sogar Arbeitsraum. Von der Feuerstelle zum Kamin groer trichterfrmiger Rauchfang zum Ruchern von Fleisch. Das Kleinksekessi fehlte in keinem Haushalt. Gefeuert wurde auf einer freien Herdplatte. Backofen aus dem Jahr 1760 stammend.

7. Alpkserei:

Vor dem Aufkommen des Fremdenverkehrs beschftigten sich die meisten Leute mit Vieh- und Alpwirtschaft. Kse, Ziger und Butter waren Hauptnahrungsmittel. Ihrer Herstellung wurde im Tal und auf der Alp die grte Sorgfalt gewidmet. Weit ber unsere Grenzen bekannt war der Sefinenkse.

8. Holzbearbeitung:

Die Bergler stellten ihre Gebude, Mbel und Gebrauchsgegenstnde selber her. Holz war der Hauptwerkstoff fr Zimmermann, Schreiner, Kfer und Wagner. Wenige der alten Huser weisen beschnitzte Schauseiten auf.

9. Hotelzimmer um die Jahrhundertwende:

Die alten Gasthuser boten wenig Komfort. Kein flieend Wasser, kein Bad, kein Privat-W.C. auch keine Heizung, da die Hotels ursprnglich nur fr den Sommerbetrieb eingerichtet waren. Schon vor der Jahrhundertwende erwachte im Interesse einer bessern Beherbungsmglichkeit ein groes Bedrfnis nach elektrischer Kraft.

10. Eisenerz-, Bleiglanz- und Kalkgewinn, Geologie, Mineralogie:

Von 1637 bis 1805 wurde im Talhintergrund Bergbau betrieben. Die Hochfen standen in der "Schmelzi" bei Zweiltschinen und hinter Trachsellauenen. Die Obrigkeit erteilte Konzessionen fr den Erzabbau, Einige wenige Einheimische waren mit dem Transport des Erzes und als Holzfller ttig. Bevor der Zement bekannt war, verwendete man gebrannten Kalk, der manchenorts in einfachen Brennfen hergestellt wurde.

11. Alpinismus und Tourismus (in der einstigen Talgerichtsstube):

Als die Schnheiten unseres Tales im 18. Jahrhundert entdeckt wurden, begann allmhlich ein Zustrom von Wissenschaftern, Naturfreunden, Malern und Wanderern. Vor 1800 konnten Gste nur unten im Tal nchtigen. In der ersten Hlfte des 19. Jahrhunderts wurden Gasthuser auf der Wengernalp und der Kleinen Scheidegg gebaut, um die Mitte des Jahrhunderts folgten solche in Mrren und Wengen. Nach 1850 kam das groe Zeitalter des Alpinismus mit der Erstbesteigung unserer Hochgipfel. Im Talgrund wurden Fahrstrassen und Wege gebaut und um 1890 fand die Erschlieung durch Bahnen statt. Nach 1910 brachte uns der Wintertourismus den grten wirtschaftlichen Aufschwung, der leider durch den 1. Weltkrieg unterbrochen wurde. Vor allem der Skisport wurde innerhalb einiger Jahrzehnte zum Inbegriff des Wintersports.



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